Werner Hümmrich
30.03.2026
Zukunft der Bonner Bühnen
Liebe Leserinnen und Leser, die Zukunft von Oper und Schauspielhaus erhitzt derzeit die Gemüter. Aus meiner Sicht muss die zukünftige Struktur parallel zu der Zukunft der Liegenschaften entschieden werden. Die Doppelstrukturen müssen als Erstes auf den Prüfstand. Es muss geklärt werden, wie die Kulturinstitutionen künftig aufgestellt werden, bevor über einzelne Standorte endgültig befunden wird. Als Vorsitzendem des Finanzausschusses geht es mir aber vor allem um die laufenden Kosten. Diese belasten den Haushalt dauerhaft stärker als die Investitionskosten. Investitionskosten schaffen dagegen auch zusätzliche Werte für die Stadt. Für mich ist deshalb entscheidend, dass nicht nur kurzfristige Ausgaben betrachtet werden, sondern vor allem die langfristige finanzielle Tragfähigkeit. Beim möglichen neuen Standort Beuel sehe ich noch erhebliche offene Fragen. Dazu gehören die Verkehrsinfrastruktur, die Auswirkungen auf den Handel in den Innenstädten von Bonn und Bad Godesberg sowie die mögliche Nachnutzung von Oper und Schauspiel. Wir brauchen deshalb eine sorgfältige und vollständige Abwägung, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Für die FDP ist klar: Erst müssen die offenen Fragen geklärt werden, dann kann über den weiteren Weg verantwortungsvoll entschieden werden. Ihr Werner Hümmrich
23.03.2026
„Ich vermisse ihn als Politiker und als Freund“
Liebe Leserinnen und Leser, Guido Westerwelle bleibt für mich mehr als ein großer Politiker. Wenn ich an ihn denke, sehe ich zuerst nicht den Minister oder den Parteivorsitzenden, sondern den Freund: klar im Wort, schnell im Geist, voller Energie und immer mit diesem besonderen Blick für das Leben. Zehn Jahre nach seinem Tod ist die Lücke, die er hinterlassen hat, noch immer spürbar. Guido konnte Menschen begeistern, weil er nicht nur überzeugt hat, sondern auch zugewandt war. Er war einer, der Haltung zeigte, auch wenn es unbequem wurde. Gerade in schweren Zeiten hat mich seine Stärke tief beeindruckt. In diesen Tagen denke ich an die Gespräche, die gemeinsamen Wege und an einen Menschen, der Spuren hinterlassen hat – politisch und persönlich. Guido fehlt. Aber sein Wesen bleibt in Erinnerung. Ihr Werner Hümmrich
11.09.2025
Boris Nemzow in Straßenbenennungsliste
Liebe Leserinnen und Leser, am 27. Februar diesen Jahres jährte sich die Ermordung des russischen Oppositions-Politikers Boris Nemzow auf der Großen Moskwa-Brücke im Zentrum von Moskau zum zehnten Mal. Dies hat die FDP-Fraktion - mit Unterstützung weiterer Fraktionen - zum Anlass genommen, einen Antrag zur Aufnahme von Boris Nemzow in die Straßenbenennungsliste zu stellen. Boris Nemzow setzte sich stets für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft sowie ab 2014 gegen einen Krieg gegen die Ukraine ein und musste hierfür mit dem Leben bezahlen. Bonn ist Sitz der Boris Nemzow-Stiftung für die Freiheit, die von seiner Tochter Schanna Nemzowa gegründet wurde. Hier wird von der Stiftung der Preis für Menschen verliehen, die sich im Kampf für die Meinungsfreiheit, für politisch, rassistisch oder religiös Verfolgte besonders engagieren. Unser Antrag wurde mit den Stimmen fast aller Fraktionen beschlossen. Ihr Werner Hümmrich
16.06.2025
Unterbringung Stadtmuseum und Gedenkstätte
Liebe Leserinnen und Leser, vor mehr als einem Jahr hat der Rat die Verwaltung beauftragt, den Umbau und Umzug des Stadtmuseums in den Anbau des Alten Rathauses weiter zu verfolgen und einen Beschlussvorschlag vorzulegen. Diese angestrebte Unterbringung sei unter den augenblicklich gegebenen Rahmenbedingungen nicht realisierbar, lässt die Verwaltung nun verlauten. Deswegen schlägt sie vor, die Turnhalle der Pestalozzischule sowohl für das Stadtmuseum als auch für die Gedenkstätte als Zwischenquartier zu nutzen. Allerdings sei auch hier eine zeitnahe Unterbringung aufgrund notwendiger Planungen und Vorarbeiten nicht zeitnah möglich. Die FDP-Fraktion hätte sich ein schnelleres Vorgehen der Stadt gewünscht. Die angedachte Unterbringung in der Turnhalle der Pestalozzi-Schule kann nur eine kurzfristige Zwischenlösung sein. Wir fordern die Stadt auf, mehr Tempo an den Tag zu legen und die Pläne für das alte Rathaus zügig zu erarbeiten und vorzulegen. Auch die Frage nach Fördermitteln für die Unterbringung der Gedenkstätte im ehemaligen Wirtschaftsgebäude des Klosters in Endenich muss zügig geklärt werden. Ihr Werner Hümmrich
16.06.2025
Sorge um Doppelhaushalt 2025/2026
Liebe Leserinnen und Leser, bereits im April habe ich an dieser Stelle über den verabschiedeten Doppelhaushalt 2025/2026 berichtet. Trotz der Genehmigung des Haushaltes durch die Bezirksregierung bin ich sehr besorgt um den Bonner Haushalt. Neben dem im Haushalt ausgewiesenen Defizit von 109 Mio. Euro in 2026 kommen aufgrund der aktuellen Steuerschätzung noch einmal Mindereinnahmen von rund 20 Mio. Euro hinzu und somit wächst das Defizit 2026 auf rund 130 Mio. Euro an. Diese negative Entwicklung wird sich in den Folgejahren fortsetzen, was die Verschuldung der Stadt Bonn vorantreiben wird. Meine Befürchtungen, dass die von der Oberbürgermeisterin und der Verwaltung angedachten Konsolidierungsmaßnamen in keiner Weise nachhaltig und tauglich sind, die hohen Haushaltsdefizite abzuwenden, scheinen sich nach und nach zu bewahrheiten. Stattdessen wird die Verschuldung der Stadt ungebremst in die Höhe klettern – schon jetzt würde die Gesamtverschuldung von aktuell 2,3 Mrd. Euro auf 4 Mrd. Euro im Jahre 2029 ansteigen. Es ist dringend geboten, Gegenmaßnahmen einzuleiten und weitere Maßnahmen - über die bereits beschlossenen hinaus - zu veranlassen. Ich fordere von der Oberbürgermeisterin daher, die von der FDP-Fraktion in den Haushaltsberatungen geforderten Maßnahmen nachträglich in ihre Politik aufzunehmen. Dazu gehören die Forderungen nach einer Streckung der konsumtiven Ausgaben zum Klimaplan. Die Personalausgaben sollten nach Ansicht der Liberalen ambitionierter angepackt und dabei auch sehr viel stärker die Chancen der Digitalisierung genutzt werden. Zudem ist es zwingend notwendig, die Standards bei Neubau und Sanierung unserer Liegenschaften zu senken. Es ist mehr als befremdlich welche überhöhten Standards sich Bonn in dieser Haushaltslage immer noch leistet. Da herrscht nach wie vor in finanzieller Hinsicht Sorglosigkeit mit Verantwortungslosigkeit. Ihr Werner Hümmrich