Werner Hümmrich
28.09.2026
Geplante Zusatzvereinbarung zum Berlin/ Bonn-Gesetz
Liebe Leserinnen und Leser, der neue Zusatzvertrag zum Berlin/Bonn-Gesetzt soll Bonn dauerhaft als zweites bundespolitisches Zentrum neben Berlin sichern. Nach rund 10 Jahre Verhandlungen liegt inzwischen ein abgestimmter Entwurf vor. Für Bonn bedeutet das vor allem: Bundesbehörden verbleiben weiterhin in Bonn und bringen somit Arbeitsplätze, Kaufkraft und Nachfrage nach Wohnraum, Dienstleistungen, Gastronomie usw. Weiterhin soll Bonn stärker als Standort für internationale Organisationen und UN-Konferenzen ausgebaut werden. Das kann zusätzliche Besucher, Arbeitsplätze und internationale Aufmerksamkeit bringen. Die FDP begrüßt ausdrücklich, dass es jetzt zu einem Vertrag kommt, der die Partner rechtlich bindet und die Rolle Bonns als weiteres politisches und internationales Zentrum sichert. Wir hätten uns allerdings mehr finanzielle Unterstützung beim Beethovenfest als auch beim Aufbau eines Zentrums für Cyberabwehr gewünscht. Insofern bleibt der Vertrag hinter unseren Erwartungen zurück. Ihr Werner Hümmrich
20.05.2026
Rhein in Flammen
Liebe Leserinnen und Leser, das Bonner Traditions-Event „Rhein in Flammen“ steht vor einer ungewissen Zukunft. Die Bonner Stadtverwaltung plant, das Großevent nach 40 Jahren dauerhaft aus seinem angestammten Zuhause – der Bonner Rheinaue – zu vertreiben und stattdessen Richtung Innenstadt zu verlegen. Die Rheinaue bietet mit ihren riesigen Flächen den perfekten, sicheren Rahmen für die rund 100.000 Besucher. Ein Umzug entlang des Rheinufers und in die ohnehin enge Innenstadt wird von uns aus Platzgründen und wegen fehlender Fluchtwege als völlig unrealistisch eingestuft. Neben den inhaltlichen Bedenken sorgt vor allem die Art und Weise, wie die Stadtverwaltung agiert, bei mir für Unmut. Anstatt die Betroffenen frühzeitig in die Pläne für eine Neuausrichtung einzubinden, wurden wir von einer Mitteilungsvorlage der Verwaltung überrascht. Eine politische Diskussion blieb hierzu bisher aus. Deswegen hat die FDP in der letzten Ratssitzung beantragt, dass die Pläne der Verwaltung im zuständigen Fachausschuss politisch diskutiert werden. Unserem Antrag wurde einstimmig zugestimmt. Wir werden weiterhin entschlossen für die Veranstaltung Rhein in Flammen kämpfen und verhindern, dass ein friedliches, erfolgreiches Familienfest durch Schnellschüsse gefährdet wird. Es ist eine der wenigen Bonner Großveranstaltungen mit Strahlkraft und von touristischer Relevanz. Deshalb soll das weitere Vorgehen mit den Bürgerinnen und Bürgern, Veranstaltern und der Personenschifffahrt abgestimmt werden. Ihr Werner Hümmrich
30.03.2026
Zukunft der Bonner Bühnen
Liebe Leserinnen und Leser, die Zukunft von Oper und Schauspielhaus erhitzt derzeit die Gemüter. Aus meiner Sicht muss die zukünftige Struktur parallel zu der Zukunft der Liegenschaften entschieden werden. Die Doppelstrukturen müssen als Erstes auf den Prüfstand. Es muss geklärt werden, wie die Kulturinstitutionen künftig aufgestellt werden, bevor über einzelne Standorte endgültig befunden wird. Als Vorsitzendem des Finanzausschusses geht es mir aber vor allem um die laufenden Kosten. Diese belasten den Haushalt dauerhaft stärker als die Investitionskosten. Investitionskosten schaffen dagegen auch zusätzliche Werte für die Stadt. Für mich ist deshalb entscheidend, dass nicht nur kurzfristige Ausgaben betrachtet werden, sondern vor allem die langfristige finanzielle Tragfähigkeit. Beim möglichen neuen Standort Beuel sehe ich noch erhebliche offene Fragen. Dazu gehören die Verkehrsinfrastruktur, die Auswirkungen auf den Handel in den Innenstädten von Bonn und Bad Godesberg sowie die mögliche Nachnutzung von Oper und Schauspiel. Wir brauchen deshalb eine sorgfältige und vollständige Abwägung, bevor eine Entscheidung getroffen wird. Für die FDP ist klar: Erst müssen die offenen Fragen geklärt werden, dann kann über den weiteren Weg verantwortungsvoll entschieden werden. Ihr Werner Hümmrich
23.03.2026
„Ich vermisse ihn als Politiker und als Freund“
Liebe Leserinnen und Leser, Guido Westerwelle bleibt für mich mehr als ein großer Politiker. Wenn ich an ihn denke, sehe ich zuerst nicht den Minister oder den Parteivorsitzenden, sondern den Freund: klar im Wort, schnell im Geist, voller Energie und immer mit diesem besonderen Blick für das Leben. Zehn Jahre nach seinem Tod ist die Lücke, die er hinterlassen hat, noch immer spürbar. Guido konnte Menschen begeistern, weil er nicht nur überzeugt hat, sondern auch zugewandt war. Er war einer, der Haltung zeigte, auch wenn es unbequem wurde. Gerade in schweren Zeiten hat mich seine Stärke tief beeindruckt. In diesen Tagen denke ich an die Gespräche, die gemeinsamen Wege und an einen Menschen, der Spuren hinterlassen hat – politisch und persönlich. Guido fehlt. Aber sein Wesen bleibt in Erinnerung. Ihr Werner Hümmrich
11.09.2025
Boris Nemzow in Straßenbenennungsliste
Liebe Leserinnen und Leser, am 27. Februar diesen Jahres jährte sich die Ermordung des russischen Oppositions-Politikers Boris Nemzow auf der Großen Moskwa-Brücke im Zentrum von Moskau zum zehnten Mal. Dies hat die FDP-Fraktion - mit Unterstützung weiterer Fraktionen - zum Anlass genommen, einen Antrag zur Aufnahme von Boris Nemzow in die Straßenbenennungsliste zu stellen. Boris Nemzow setzte sich stets für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft sowie ab 2014 gegen einen Krieg gegen die Ukraine ein und musste hierfür mit dem Leben bezahlen. Bonn ist Sitz der Boris Nemzow-Stiftung für die Freiheit, die von seiner Tochter Schanna Nemzowa gegründet wurde. Hier wird von der Stiftung der Preis für Menschen verliehen, die sich im Kampf für die Meinungsfreiheit, für politisch, rassistisch oder religiös Verfolgte besonders engagieren. Unser Antrag wurde mit den Stimmen fast aller Fraktionen beschlossen. Ihr Werner Hümmrich